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  Neue Marienberger Str. 189, 09405 Zschopau

  Mo-Fr: 9:00-12:00, 13:00-18:00 Uhr, Sa: 09:00 - 12:00 Uhr

5. & 6. DEM-Lauf in Rüdersdorf – Die meisten Fahrer vom Team Sturm Zschopau kamen mit großen Erwartungen zum DEM-Finale. Schließlich versprach der „Novemberpokal 2020“ in Rüdersdorf eine waschechte Geländefahrt zu werden. Endlich Schluss mit den ungeliebten Sandrennen. Hier sind ganz andere fahrerische Qualitäten gefragt. Sonderprüfungen mit unzähligen Auf- und Abfahrten ließen die Fahrer-Herzen höher schlagen. Zudem verwandelte vorausgegangener Regen die Strecke in eine echte Schlammwüste, so dass sich nach und nach immer tiefere Spuren ausfuhren. Vor allem der zweite Tag wurde zu einer extrem schweren Angelegenheit. Zu einem, weil den Aktiven langsam die Körner ausgingen, zum anderen da wieder Regen einsetzte.

Doch das waren genau die Bedingungen, auf die Florian Görner gehofft hatte. Schon am ersten Fahrtag war er gut dabei, verpasste aber als Vierter in der E3 noch knapp das Podium. Am zweiten Tag schlug dann aber seine Stunde. Im tiefen Schlamm wuchs der 20-Jährigen förmlich über sich hinaus, da er derartige Bedingungen nahezu liebt. „Von mir aus hätte es sogar noch mehr regnen können“, meint Flo, der mit dieser Aussage bei manchen Fahrerkollegen für ungläubiges Kopfschütteln sorgte. „Der erste Tag war schon gut, aber da unterliefen mir ein paar kleinere Fehler. So habe ich mir, wie schon in Burg, am Samstagabend noch einmal ein paar Stellen in den Prüfungen angeschaut. Das hat wieder sehr viel gebracht.“ Und in der Tat, mit Rang fünf im Championat setzte er nicht nur ein dickes Ausrufezeichen, sondern auch seine persönliche Bestmarke. In der E3-Klassenwertung schaffte er als Zweiter erstmals den Sprung auf das Podium. „Das ist der Hammer“, jubelt der Scharfensteiner, „ich habe schon am Morgen gedacht, als es wieder anfing zu regnen, wenn es heute nichts mit dem Podium wird, wann dann?“



Support-Fahrer Chris Gundermann überraschte im schwierigen Terrain ebenfalls mit den Tagesrängen zwei und drei, was der Pechvogel der letzten Rennen mit großer Freude zu Kenntnis nahm und meint: „Nun endlich im Endurosport angekommen zu sein.“ Auch Nick Emmrich bewies seine Endurofahrer-Qualitäten. Nach Platz sieben am Samstag konnte er sich am Sonntag auf Rang fünf verbessern. Mehr noch, seinen Rückstand auf den Sieger konnte er dabei um zwei Minuten deutlich verringern.



In der Klasse E2 überzeugte Maik Schubert mit zwei siebten Plätzen, während Patrick Irmscher mit einem irreparablen technischen Defekt am Kolben bereits am ersten Tag ausschied. Am Folgetag wechselte er die Seiten und betreute seine Teamkollegen an der Strecke. „Das war auch einmal ganz schön“, gesteht der Amtsberger und ergänzt mit einem verschmitzten Lachen, „ich bin gar nicht so unglücklich, bei diesem Wetter nicht fahren zu müssen.“ Auch Junioren-Fahrer Marvin Poller musste am ersten Tag vorzeitig die Segel streichen, lieferte aber am zweiten mit Platz sechs seine beste Saisonleistung ab.

Für ein überaus grandioses Ergebnis sorgte Kevin Nieschalk. Nicht immer lief in dieser Saison für den 23-Jährigen alles rund. Doch an diesem Wochenende passte einfach alles: Sieg an beiden Tagen in der Junioren-Klasse! „Endlich einmal richtiges Enduro“, lacht Kevin, der bei schwierigen Anforderungen sein ganzes Können exzellent ausspielt. „Aber ehrlicherweise hätte ich nicht gedacht, dass es am Samstag zum Tagessieg reicht. Mein Motorrad ging immer wieder aus. Einmal auch in ungünstiger Position an einem Hang mitten in der Sonderprüfung. Leider konnten wir die Ursache nicht ausmachen.“ Doch die Technik hielt auch noch den zweiten Tag, so dass Kevin tatsächlich die Maximalpunktzahl für sich verbuchen konnte. Damit verbesserte er sich in der Meisterschaft noch auf Rang zwei. Für den ganz großen Coup fehlten am Ende allerdings zwei Zähler. „Klar bin ich auch etwas enttäuscht, den Titel so knapp verpasst zu haben“, so der frischgebackene Vizemeister, der selbstkritisch anmerkt, „die Meisterschaft habe ich in den Rennen zuvor verloren, da war ich einfach nicht konstant genug.“



Bruder Domenik stand am ersten Tag in der Jugend-Klasse im DMSB-Enduro-Cup ganz oben auf dem Treppchen. „Endlich hat einmal alles gepasst. Ich habe mich so auf das Rennen gefreut. Die Strecke war genau nach meinem Geschmack. Endlich richtiges Gelände und kein Sand“, frohlockt der 17-Jährige, der damit zusammen mit Kevin für ein Novum sorgte. Noch nie gelang es zwei Brüdern die beiden Nachwuchsklassen in der A- sowie B-Lizenz an einem Tag zu gewinnen! Dieses Kunststück sollte möglichst am zweiten Tag wiederholt werden. Alles deutete bereits schon darauf hin. Doch Domenik erwischte eine der unzähligen Auffahrten nicht richtig und landete neben der Strecke im Gebüsch. Die Bergung seiner KTM nahm viel Zeit in Anspruch. „Danach hatte ich nicht nur dicke Arme, sondern auch einen  dicken Hals. Das Ganze war sehr ärgerlich!“ Doch der Youngster gab nicht auf und startete eine große Aufholjagd, die am Ende mit Tagesrang drei belohnt wurde.



Jeremy Nimmrich, ebenfalls in der Jugend-Kategorie unterwegs, musste in seinem ersten Enduro-Jahr bei solch anspruchsvollen Streckenverhältnissen Lehrgeld zahlen. Dennoch biss sich der Teenager mit großem Kämpferherz durch das gesamte Wochenende. Der Lohn: Platz sieben und fünf. Auch E1B-Fahrer Danny Richter trotzte den widrigen Bedingungen und belegte zweimal Rang fünf!

Jubel bei den Senioren. Dirk Peter holte den Titel, während Rene Uhle Gesamtzweiter wurde. „Es war ein gutes Jahr“, bilanziert Dirk zufrieden, der beide Tage gewann und für den es nun bereits der dritte Titel in der Senioren-Klasse ist. „Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Die Strecke war wirklich extrem ausgefahren und sehr zermürbend. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist.“



Rene Uhle konnte sein Glück kaum fassen, schimpfte er doch am ersten Tag noch wie ein Rohrspatz. „Das war nix“ kommentiert er seinen elften Platz, während Mario Fräßdorf guter Siebter wurde. Am zweiten fuhr Rene auf diese Position, was ihm genügend Punkte bescherte, um noch auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern. „Eigentlich war das Wochenende von vorn bis hinten sehr bescheiden, um es noch nett auszudrücken. Dafür ist das Endergebnis umso besser“, freut sich der neue „Senioren-Vize“.



Abschließend möchte sich das Team Sturm Zschopau bei allen Partnern und Sponsoren, aber auch allen Helfern und Betreuern für die großartige Unterstützung und Zusammenarbeit in diesem verrückten und für alle nicht ganz einfachen Jahr 2020 bedanken!

Text: Peter Teichmann